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Woher kommt der Begriff Supervision?

Seit mehr als dreißig Jahren nutzen Wirtschaftsunternehmen Supervision, um Arbeitsbedingungen und Rollenklarheit im Kontext ihrer Organisation effektiv zu gestalten. Der Beitrag zur Sicherung und Entwicklung beruflicher Prozesse, den Supervision leistet, ist also nicht mehr nur auf ihre Ursprünge in der sozialen Arbeit beschränkt.

Ende des 19. Jahrhunderts folgten in den USA auf Phasen mit sich rasant entwickelnder Industrieproduktion viele zyklisch verlaufende Wirtschaftskrisen. Unzählige Arbeiter verloren ihre Jobs und die Familien lebten in tiefer Armut. Gemeinnützige Wohlfahrtsorganisationen setzten ehrenamtliche Helferinnen, vor allem aus wohlhabenden Bevölkerungsschichten, in der Armenfürsorge ein. Diesen Frauen wurden zur Anleitung, Führung und Beratung spezielle hauptamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zur Seite gestellt. Das waren die ersten Supervisoren. 1911 fand in den USA die erste Qualifizierung in Supervision statt.

In den darauf folgenden Jahren wurde das Angebot der Unterstützung für die ehrenamtlich Tätigen auf psychosoziale Aspekte der Hilfe erweitert, um sie einerseits für ihre Arbeit zu stärken, andererseits aber auch, um ihre Arbeit selbst zu verbessern. Damit war Supervision schon in der Zeit ihrer Entstehung ein Instrument, mit dem Arbeitsqualität gesichert und entwickelt werden konnte.

1950 wird der Begriff Supervision erstmals in der deutschen Fachliteratur zur sozialen Arbeit erwähnt. Mit der Entwicklung der sozialen Arbeit übernimmt die Supervision deren Methoden der Einzelfallhilfe. Es finden Einzelsupervisionen statt. Spezifische Aus- und Weiterbildungen werden seit Beginn der sechziger Jahre angeboten und weiterentwickelt. In den siebziger Jahren halten gruppendynamische Ansätze Einzug in Deutschland und Gruppensupervisionen nehmen schnell an Bedeutung zu. Mit der Entwicklung organisationssoziologischer Erkenntnisse etabliert sich in den achtziger Jahren die Teamsupervision. Systemische Konzepte werden attraktiv für die Supervision. Heute ist das Label „systemisch“ untrennbar mit Supervision verbunden. In einer Umfrage der Zeitschrift „managerSeminare“ im Jahr 2003 halten es 98% der Befragten für unabdingbar, dass Supervisoren systemisch arbeiten können.

1984 gründete sich die Deutsche Gesellschaft für Supervision e. V. als Berufs- und Fachverband einer inzwischen eigenständigen Profession. Für die Optimierung beruflicher Kooperation und Kommunikation ist Supervision zu einem Bestandteil mit deutlichem Einfluss geworden.

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